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Therapiezieländerung bei älteren, kognitiv eingeschränkten Patienten

 
Projektleiter: Prof. Dr. med. Johanna Anneser, Funktionsbereich Palliativmedizin, TU München
Mitarbeiter: Dipl.-Psych. Tamara Thurn
Kooperationspartner: Prof. Dr. med. Dr. phil. Ralf J. Jox, Professor für geriatrische Palliativmedizin,Universität Lausanne, Schweiz
  Prof. Dr. Peter Herschbach, Direktor des Comprehensive Cancer Center München/Direktor des Roman-Herzog Krebszentrums (RHCCC), TU München

 

Sowohl Krebs als auch Demenz sind Erkrankungen, deren Vorkommen mit zunehmenden Alter steigt. In einer alternden Bevölkerung ist damit zu rechnen, dass ein beträchtlicher Anteil der Patienten an beiden Krankheiten leidet. Dies ist mit besonderen Herausforderungen in der Versorgung dieser Patientengruppe verbunden.

Dies betrifft insbesondere die Therapiezieländerung bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen, d.h. Entscheidungen bezüglich der Beendigung der auf Lebensverlängerung zielenden Therapien (zum Beispiel Chemo- oder Strahlentherapie) unter Fortführung palliativer Maßnahmen und Fokussierung auf die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten. Die im Rahmen einer Demenz vorkommenden kognitiven (geistigen) Beeinträchtigungen, unter anderem Gedächtnis- und Konzentrationsschwierigkeiten, erschweren dabei die Teilhabe und Mitwirkung älterer Patienten an Gesprächen über diese Behandlungsentscheidungen und machen gegebenenfalls eine besonderen Unterstützung bei diesem Prozess notwendig.

Das Forschungsprojekt untersucht, inwiefern ältere Krebspatienten mit kognitiven Beeinträchtigungen in der aktuellen Alltagspraxis bei der Entscheidungsfindung in Therapiezieländerungsgesprächen beteiligt werden, welche Unsicherheiten und Schwierigkeiten dabei bestehen und welche Rolle die Angehörigen im Entscheidungsprozess innehaben. Darüber hinaus sollen die besonderen Bedürfnisse der Patientengruppe und Möglichkeiten, die Teilhabe und Mitwirkung an Gesprächen über Behandlungsentscheidungen zu fördern, herausgearbeitet werden. Zur Erfassung der Perspektiven aller beteiligter Personen (Patienten, Angehörige und Ärzte) wird dabei auf einen mehrstufigen Studienablauf zurückgegriffen, der Gruppendiskussionen, die Beobachtung und Analyse von Arzt-Patienten-Gesprächen sowie eine Fragebogenuntersuchung umfasst.

Das Hauptziel des Forschungsprojekts ist die Erarbeitung eines Leitfadens, der die Partizipation kognitiv eingeschränkter Krebspatienten bei Gesprächen zu Therapieentscheidungen in den Blick nimmt. Der Leitfaden soll Ärzte dabei unterstützen, auf die besonderen Bedürfnisse dieser Patientengruppe einzugehen, und somit die Patientenorientierung in der Versorgung verbessern.

Gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, Förderschwerpunkt "Patientenorientierung"