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Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR)

Titel: Studie zur Untersuchung von Wirkfaktoren der EMDR-Behandlungsmethode

Projektleiter: Prof. Dr. med. Martin Sack

Mitarbeiter: Dr. med. Katja Boroske-Leiner, Dr. med. Melanie Büttner, Simon Finkeldei, Barbara Gromes, Prof. Dr. med. Claas Lahmann, Alexander Otti

Kooperation: Die Durchführung der Studie erfolgt gemeinsam mit der Klinik für Psychosomatische Medizin der Universität Gießen (Prof. H. Kruse).

Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Beschreibung

EMDR ist ein Verfahren zur Behandlung von Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen. Bei dieser Methode folgt der Patient mit den Augen der sich hin und her bewegenden Hand des Therapeuten, während er sich an das belastende Erlebnis erinnert.

Die Wirksamkeit der EMDR-Behandlung ist wissenschaftlich bereits sehr gut belegt. Dennoch ist nach wie vor unklar, welche Rolle die Augenbewegungen hierbei spielen. Aktuell existieren zu dieser Frage verschiedene Hypothesen.  So wird beispielsweise vermutet, dass durch die Augenbewegungen ähnliche Verarbeitungsprozesse wie im REM-Schlaf aktiviert werden. In dieser Schlafphase träumt der Schlafende sehr intensiv, während sich die Augen schnell hin und her bewegen. Andere Hypothesen gehen davon aus, dass der Blick auf die bewegte Hand Orientierungsreaktionen auslöst oder dass durch die geteilte Aufmerksamkeit während der Exposition eine gezielte Ablenkung stattfindet.

In dieser randomisiert-kontrollierten Studie sollen die beschriebenen Hypothesen an Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung überprüft werden. Hierzu werden die Teilnehmer zufällig in eine von insgesamt drei Behandlungsbedingungen eingeteilt:

  • Exposition mit Stimulation durch die bewegte Hand (übliches EMDR)
  • Exposition mit Blick auf die unbewegte Hand (1. Kontrollbedingung)
  • Exposition ohne visuelle Aufmerksamkeitsfokussierung (2. Kontrollbedingung)

Es werden bis zu 8 Behandlungssitzungen durchgeführt.  Zusätzlich werden mittels Impedanzkardiographie Veränderungen der autonom-vegetativen Regulationslage während der Behandlungssitzungen untersucht.

Die Studie soll folgende Fragen beantworten:

  • Ist die Exposition mit Stimulation durch Augenbewegungen den Kontrollbehandlungen ohne Stimulation überlegen?
  • Ist die Ablenkung durch einen dualen Aufmerksamkeitsfokus ein Wirkfaktor der EMDR-Behandlung?
  • Sind die während EMDR zu beobachtenden Orientierungsreaktionen mit der Induktion von Augenbewegungen assoziiert?

Kontakt:
Prof. Dr. med. Martin Sack
Langerstr. 3
81675 München
Tel.: 089 4140 4312
Email: m.sack@tum.de