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Nationales Forschungsprojekt "Familiäres Prostatakarzinom"

Titel:     Nationales Forschungsprojekt "Familiäres Prostatakarzinom" – Belastung und Unterstützungsbedarf von Prostatakrebspatienten
Projektleiter:    PD Dr. rer. nat. Andreas Dinkel, Prof. Dr. Peter Herschbach, Dr. med. Kathleen Herkommer
Laufzeit:     31.01.2009 – 30.09.2010

Nach neuesten Daten des Robert-Koch-Instituts ist das Prostatakarzinom mit jährlich über 58.000 Neuerkrankungen in Deutschland der häufigste maligne Tumor des Mannes. 25,4% aller malignen Neoplasien beim Mann entfallen auf das Prostatakarzinom. Das Prostatakarzinom liegt mit 10,1% an dritter Stelle bei den zum Tode führenden Krebserkrankungen. Die Ätiologie des Prostatakarzinoms ist weitgehend ungeklärt und Inhalt zahlreicher Forschungsprojekte. Die wichtigsten bekannten Risikofaktoren sind ein hohes Alter, fett- und kalorienreiche Ernährung und ethnische Abstammung. Bis zu 20% aller neu diagnostizierten Prostatakarzinome weisen eine familiäre Disposition auf.
Das seit 1999 aufgebaute nationale Projekt „Familiäres Prostatakarzinom“ (Frau Dr. Herkommer) umfasst die weltweit größte Datenbank zu diesem Thema. Im Rahmen dieses Projektes soll einerseits erstmals der Anteil an familiär belasteten Patienten in Deutschland evaluiert werden, andererseits sollen Familien gesammelt werden, in denen eine hereditäre Form des Prostatakarzinoms angenommen werden kann, um diese gezielt in genetische Analysen einzubringen. Derzeit sind mehr als 33.000 Patienten aus ca. 25.000 Familien eingeschlossen.
Bislang liegen nur unzureichend Daten darüber vor, welche Konsequenzen eine familiäre Belastung bzw. mögliche hereditäre Komponente für die psychiche Befindlichkeit der betroffenen Patienten hat. Daher werden Patienten mit und ohne onkologische Familienanamnese des Forschungsvorhabens "Familiä¬res Prostatakarzinom" bzgl. ihrer psychologischen Belastungsprofile miteinander verglichen und nach psychosozialem Unterstützungsbedarf befragt.
Es handelt sich um eine Querschnittstudie. Zum Einsatz kommen der Fragebogen zur Belastung von Krebskranken-Kurzform (FBK-R10; Book et al. 2009) sowie der Gesundheitsfragebogen für Patienten (PHQ-4; Löwe et al. 2009). Psychosozialer Beratungsbedarf wird anhand einzelner Zusatzitems erfragt. Befragt werden ca. 3.000 Prostatakrebspatienten, deren Diagnose im Durchschnitt vor etwa 4 Jahren gestellt wurde.


Förderung: Günthert-Stiftung