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Sektion Psychoonkologie: Belastung bei Patienten mit Hirntumoren und ihren Angehörigen

Neuropsychologische Defizite und psychosozialer Distress bei Patienten mit Hirntumoren und die Belastungen ihrer Angehörigen
Projektleiter: PD Dr. rer. nat. Andreas Dinkel, Prof. Dr. rer. soc Peter Herschbach, Sektion Psychosoziale Onkologie, TU München

Mitarbeiter:

Dipl.-Psych. Johanna Schneider, Dipl.-Psych. Katrin Kremsreiter

Kooperationspartner:

Prof. Dr. med. Stephanie E. Combs, (vormals: Prof. Dr. med. Michael Molls), Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie, TU München
Prof. Dr. med. Bernhard Meyer, PD Dr. med. Florian Ringel, Neurochirurgische Klinik, TU München
Dr. phil. Simone Goebel, Klinik für Neurochirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Laufzeit: 01.08.2012 bis 30.07.2015 (3 Jahre)

Nahezu alle Patienten mit einem primären oder sekundären Hirntumor (Hirnmetastasen) sind kognitiv beeinträchtigt. Dabei stehen Einbußen der Aufmerksamkeit und der Lern- und Merkfähigkeit im Vordergrund. Gleichzeitig berichten bis zu 70 % der Patienten über Distress, Angst oder Depressivität. Die Familienangehörigen sind ebenfalls durch die Erkrankung betroffen. Ihr Einsatz für den Patienten kann auch emotional sehr belastend sein. Sowohl für Patienten wie auch für ihre Angehörige liegen bislang keine zugeschnittenen psychoonkologischen Betreuungsangebote vor.

Für die Unterstützung dieser Patienten und ihrer Angehörigen ist es wichtig, den Zusammenhang zwischen neuropsychologischen Beeinträchtigungen und dem psychosozialen Distress besser zu verstehen. Die Konsequenzen des Zusammenwirkens dieser Faktoren für die Lebensqualität und den Wunsch nach psychoonkologischer Unterstützung sind ebenfalls unklar. Ferner ist es notwendig, mehr über die Belastungen und die seelischen Beeinträchtigungen der Angehörigen zu erfahren, wie auch über ihre spezifischen Bedürfnisse nach Unterstützung.

Eine zweiphasige Querschnittsuntersuchung soll diese Fragen beantworten. In der ersten Studienphase werden Einzelinterviews mit 30 Patienten und 30 Angehörigen geführt. In der zweiten Phase werden nach dem Abschluss der Primärtherapie 150 Patienten mit einer neuropsychologischen Testbatterie und einem Fragebogen-Set zu psychosozialem Distress und zu subjektiven kognitiven Problemen untersucht. Pro Patient wird ein Angehöriger in die Studie eingeschlossen. Die Angehörigen bearbeiten ein Fragebogen-Set.

Über die erwarteten Forschungsfragen hinaus will das Vorhaben, basierend auf den erzielten Ergebnissen, einen Beitrag zur Verbesserung der psychoonkologischen Versorgung von Patienten mit Hirntumoren und deren Angehörigen leisten.

Gefördert durch die Deutsche Krebshilfe, Förderschwerpunkt "Psychosoziale Onkologie"