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AG Somatoforme und somatopsychische Störungen

Leitung: Prof. Dr. med. Peter Henningsen

Die Arbeitsgruppe "Somatoforme und somatopsychische Störungen" beschäftigt sich mit Körperbeschwerden, bei denen eine Diskrepanz zwischen organischen Untersuchungsbefunden und subjektivem Leidensdruck bzw. subjektiver Funktionsbeeinträchtigung besteht. Darunter fallen die so genannten somatoformen Störungen, aber auch viele der so genannten funktionellen Syndrome, wie etwa Chronisches Müdigkeits-Syndrom, Reizdarm- oder Reizmagen-Syndrom, Fibromyalgie-Syndrom, oder Multiple Chemikalienempfindlichkeit. Darüber hinaus gibt es auch bei organisch definierten Erkrankungen bestimmte Beschwerden (z.B. Erschöpfung), die nicht eindeutig durch Labor- oder Untersuchungsbefunde erklärt werden können, aber dennoch den Verlauf der Grunderkrankung komplizieren.

In diesem Spannungsfeld suchen wir nach Möglichkeiten, die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern, beteiligen uns aber auch an der Weiterentwicklung ätiologischer Konzepte und Klassifikationen, wie dies z.B. im aktuellen Konstrukt der "Somatic Symptom Disorder" der DSM-V-Klassifikation deutlich wird.

Inwieweit den im Vordergrund stehenden körperlichen Beschwerden auch mit körperorientierter Psychotherapie begegnet werden kann, wird ebenfalls in mehreren Studien der AG untersucht.

Kurzbeschreibung der Studien in der Arbeitsgruppe

Tailored care for Somatoform Vertigo/Dizziness – From diagnostics to therapy (SomVeDi)
Randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer manualisierten, störungsorientierten Psychotherapie bei organmedizinisch nicht ausreichend zu erklärenden Schwindelbeschwerden

Enriching Cognitive-Behavioral Therapy with Emotion Regulation Training in Patients with Multiple Somatoform Symptoms (ENCERT)
Multizentrische, randomisiert-klinische Studie zur Wirksamkeit einer störungsorientierten,  um ein spezielles Emotionsregulationstraining erweiterten kognitiven Verhaltenstherapie bei Patienten mit multiplen somatoformen Symptomen.

The Munich Diagnostic and Predictor Study of Somatoform Dizziness (MuDiStuDi)
Diagnostische Längsschnittstudie als Teilprojekt des Deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrums (Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum IFBLMU)

A brief psychodynamic-interpersonal intervention for fatigue in MS (Inter-FIMS)
Therapiestudie zur psychotherapeutischen Behandlung von Fatigue bei Patienten mit Multipler Sklerose

Hypnosis Modulated chronic wide spread Pain and it’s neural correlates - a fMRI study (HypMoP)
fMRT-Pilotstudie, die den Einfluss subjektiv negativer autobiographisch-interpersoneller Beziehungserfahrungen auf die Schmerzsymptomatik im Zusammenhang mit der Aktivierung entsprechender Hirnareale untersucht

Effectivity of body-oriented psychotherapy – review and metaanalysis (EBOP)
Systematisches Review und Metaanalyse zur Wirksamkeit körperorientierter Psychotherapie

Effektivität Funktioneller Entspannung in der Stressprävention (FESP)
Randomisierte, kontrollierte, multizentrische Studie zur Effektivität von Funktioneller Entspannung in der Stressprävention

Effectivity of Body-oriented Psycho-Therapy in Somatoform Disorders (BPT-SomDis)
Therapiestudie zur Effektivität störungsorientierter, manualisierter Körperpsychotherapie bei somatoformen Störungen

Psychosomatische Intervention bei Patienten mit multisomatoformer Störung in verschiedenen somatischen Settings (PISO)
Randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirkung einer 12-stündigen manualisierten psychodynamisch-interpersonellen Psychotherapie im Vergleich zu „enhanced medical care"

Disorders and Coherence of the Embodied Self (DISCOS)
EU-gefördertes multinationales Forschungsprojekt unter Führung der Universität Heidelberg (Psychiatrie) und der TU München (Psychosomatik) unter Beteiligung weiterer 7 europäische Fakultäten aus sechs Ländern

AWMF-Leitlinie "Patienten mit nicht-spezifischen, funktionellen oder somatoformen Körperbeschwerden"
Arbeitsgruppe zur Erstellung und Verbreitung einer fächerübergreifenden S3 Leitlinie

Towards an Embodied Science of InterSubjectivity (TESIS)
EU-gefördertes multinationales "Initial Training Network" unter Beteiligung der TU München (Psychosomatik) und 12 weiterer europäischer Institute aus fünf Ländern der EU