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AG Somatoforme und somatopsychische Störungen

Leitung: Prof. Dr. med. Peter Henningsen

Die Arbeitsgruppe "Somatoforme und somatopsychische Störungen" beschäftigt sich mit Körperbeschwerden, bei denen eine Diskrepanz zwischen organischen Untersuchungsbefunden und subjektivem Leidensdruck bzw. subjektiver Funktionsbeeinträchtigung besteht. Darunter fallen die so genannten somatoformen Störungen, aber auch viele der so genannten funktionellen Syndrome, wie etwa Chronisches Müdigkeits-Syndrom, Reizdarm- oder Reizmagen-Syndrom, Fibromyalgie-Syndrom, oder Multiple Chemikalienempfindlichkeit. Darüber hinaus gibt es auch bei organisch definierten Erkrankungen bestimmte Beschwerden (z.B. Erschöpfung), die nicht eindeutig durch Labor- oder Untersuchungsbefunde erklärt werden können, aber dennoch den Verlauf der Grunderkrankung komplizieren.

In diesem Spannungsfeld suchen wir nach Möglichkeiten, die Versorgung der betroffenen Patienten zu verbessern, beteiligen uns aber auch an der Weiterentwicklung ätiologischer Konzepte und Klassifikationen, wie dies z.B. im aktuellen Konstrukt der "Somatic Symptom Disorder" der DSM-V-Klassifikation deutlich wird.

Inwieweit den im Vordergrund stehenden körperlichen Beschwerden auch mit körperorientierter Psychotherapie begegnet werden kann, wird ebenfalls in mehreren Studien der AG untersucht.

Kurzbeschreibung der Studien in der Arbeitsgruppe


AWMF-Leitlinie "Funktionelle Körperbeschwerden"

Verantwortlich: Steuerungsgruppe der S3 Leitlinie "Funktionelle Körperbeschwerden"

Seit 2012 existiert eine interdisziplinäre S3-Leitlinie, welche die Behandlung von Patienten mit funktionellen Körperbeschwerden über verschiedene Settings hinweg auf einer evidenz-basierten Grundlage beschreibt. Diese hat unser Redaktionsteam unter Leitung von Prof. Henningsen nun grundlegend überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Es kann auf den Seiten der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.), die die Verbreitung medizinischer Leitlinien betreibt, heruntergeladen werden:

Zur Seite der AWMF: S3 Leitlinie "Funktionelle Körperbeschwerden"; AWMF-Reg.-Nr. 051-001


Multizentrische Effectiveness-Studie stationärer psychosomatisch-psychotherapeutischer Behandlung (MEPP)

Unter Beteiligung von 22 universitären psychosomatischen Einrichtungen in Deutschland und Österreich


Umgang von Medizinstudierenden im Praktischen Jahr mit Patienten mit funktionellen Körperbeschwerden (UP-Funk)

Die Studie erhebt den Wissens-Stand der PJ-Studierenden in Bezug auf den Umgang mit Patienten mit funktionellen Körperbeschwerden. Das Ziel ist, in Zukunft die Lehre in Bezug auf den Umgang mit dieser bestimmten Patientengruppe anpassen zu können, durch bedarfsorientierte Maßnahmen wie die Enwicklung spezifischer Lehrkonzepte.


Behandlungsabbrüche in der stationären Psychotherapie (Drop-Stat)

Behandlungsabbrüche im Rahmen einer stationären Psychotherapie stellen ein großes Problem sowohl für die Patienten selbst als auch für die Kliniken dar. Konsequenzen können ein ausbleibender oder ungenügender Behandlungserfolg für den Patienten sein, während für die Kliniken auch der Aspekt der finanziellen und humanitären Ressourcen von Bedeutung ist.


Krankheitsannahmen und Ursachenüberzeugungen bei multisomatoformen Schmerzpatienten (DIS-REASON)

Veränderungen im Verlauf einer Psychotherapie und Einfluss auf den Behandlungserfolg


Tailored care for Somatoform Vertigo/Dizziness – From diagnostics to therapy (SomVeDi)

Randomisiert-kontrollierte Studie zur Wirksamkeit einer manualisierten, störungsorientierten Psychotherapie bei organmedizinisch nicht ausreichend zu erklärenden Schwindelbeschwerden


Effectivity of body-oriented psychotherapy – review and metaanalysis (EBOP)

Systematisches Review und Metaanalyse zur Wirksamkeit körperorientierter Psychotherapie


Effectivity of Body-oriented Psycho-Therapy in Somatoform Disorders (BPT-SomDis)

Therapiestudie zur Effektivität störungsorientierter, manualisierter Körperpsychotherapie bei somatoformen Störungen


Disorders and Coherence of the Embodied Self (DISCOS)

EU-gefördertes multinationales Forschungsprojekt unter Führung der Universität Heidelberg (Psychiatrie) und der TU München (Psychosomatik) unter Beteiligung weiterer 7 europäische Fakultäten aus sechs Ländern


Towards an Embodied Science of InterSubjectivity (TESIS)

EU-gefördertes multinationales "Initial Training Network" unter Beteiligung der TU München (Psychosomatik) und 12 weiterer europäischer Institute aus fünf Ländern der EU