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Entwicklung der Palliativmedizinischen Dienste (PMD) in Bayern

Projektleiter: Prof. Dr. med. Johanna Anneser, Funktionsbereich Palliativmedizin, TU München
Mitarbeiter: Dipl.-Psych. Tamara Thurn
Kooperationspartner: Prof. Dr. med. Gian Domenico Borasio, Universität Lausanne, Schweiz

 

Patienten, die an einer lebensverkürzenden, fortgeschrittenen Erkrankung leiden, können im stationären Bereich palliativmedizinische Betreuung auf einer Palliativstation oder durch ein mobiles multiprofessionelles Palliativteam erhalten. Diese Teams bieten ihre Unterstützung parallel zur Betreuung in den jeweiligen Fachabteilungen an und werden von diesen bei Bedarf angefordert. Meist sind neben palliativmedizinisch ausgebildeten Ärzten auch Pflegekräfte, Sozialarbeiter und – in unterschiedlicher Häufigkeit – Psychologen, Psychoonkologen, Seelsorger, Kunst- und Musiktherapeuten sowie Physiotherapeuten in den Teams tätig.

Diese Form palliativmedizinischer Unterstützung bietet eine Reihe von Vorteilen: Patienten können in der vertrauten Fachabteilung und Station weiterbetreut werden. Kurativ ausgerichtete und palliative Behandlung können daher nahtlos ineinander übergehen. Ein wesentlicher Vorteil dieser Teams besteht darin, dass mit ihrer Hilfe eine größere Anzahl von Patienten palliativmedizinisch mitbetreut werden kann. Besonders kleinere Krankenhäuser ohne eine eigene Palliativstation können so ihren Patienten palliativmedizinische Unterstützung anbieten. Aber auch große Häuser der Maximalversorgung unterhalten – oft neben einer Palliativstation – einen mobilen Palliativdienst, um stationäre Patienten in der gesamten Einrichtung mitbetreuen zu können. Eine Reihe von Arbeiten konnte belegen, dass multiprofessionelle Palliativteams eine Verbesserung der Lebensqualität und eine höhere Zufriedenheit der Patienten, eine verbesserte Symptomkontrolle und eine Einsparung von Krankenhauskosten erzielen.

Um einen Einblick in die Struktur, Finanzierung, Akzeptanz und Arbeitsweise der bayerischen PMD zu erhalten, wurden diese im März-Mai 2011 (22 genehmigte PMD) und im November 2015 (53 genehmigte PMD) eingeladen, einen Fragebogen zu beantworten. Nachdem eine neue OPS-Ziffer zur Abrechnung einer Komplexbehandlung durch einen PMD eingeführt wurde, soll die Befragung im Oktober/November 2018 (62 genehmigte PMD) erneut durchgeführt werden.
Gefördert durch den „Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft“

Publikation:
Anneser, J., Thurn, T. & Borasio, G.D. (2018). Entwicklung der Palliativmedizinischen Dienste (PMD) in Bayern 2011–2015: Aufgaben, Akzeptanz, Struktur und Finanzierung. Gesundheitswesen, 80, 888-893.